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Genuss, problematischer Konsum und Abhängigkeit

Alkoholprobleme und Abhängigkeit beginnen fast immer unspektakulär. Der Übergang vom Genuss zum problematischen Konsum und zur Abhängigkeit ist fließend.

Wer regelmäßig Alkohol trinkt, ist gefährdet. Vor allem wenn jemand Alkohol konsumiert, um Stress und Schwierigkeiten besser auszuhalten, ist das Risiko hoch, dass immer mehr und regelmäßiger getrunken wird. Wenn Du dich nicht gut fühlst, dann ist zu empfehlen, keinen Alkohol zu trinken. Lass es Dir nicht von anderen aufzwingen.

Alkohol genießen

Alkohol genießen bedeutet, seinen Geschmack bewusst wahrzunehmen. Genießen ist mit Lust und Freude verbunden. Alkohol ist in unserer Gesellschaft relativ weit verbreitet und gilt als risikoarm, wenn er als Genussmittel in geringer Menge zu sich genommen wird.

Mittlerweile wird es in unserer Gesellschaft immer normaler, auch keinen Alkohol zu trinken.

Problematischer Alkoholkonsum

Grob zusammengefasst gibt es drei Arten von problematischem Alkoholkonsum:

  • Rausch
    Alkohol bis zur Betrunkenheit zu trinken ist ganz klar ein problematischer Konsum. Man riskiert, eine Alkoholvergiftung oder einen Unfall zu erleiden oder auch sich völlig daneben zu benehmen.
  • Regelmäßiger Überkonsum
    Wer regelmäßig viel Alkohol trinkt, hat ebenfalls einen problematischen Umgang mit Alkohol, weil dieses Verhalten zu körperlichen oder psychischen Schäden oder einer Abhängigkeit führen kann.
  • Situationsunangepasster Konsum
    Von situationsunangepasstem Konsum spricht man, wenn der Konsum unangebracht oder gefährlich ist (z.B. im Straßenverkehr, bei der Arbeit, während der Schwangerschaft).

Alkoholabhängigkeit

Alkohol kann körperlich und psychisch abhängig machen. Von einer körperlichen Abhängigkeit spricht man, wenn der Organismus den Alkohol in den Stoffwechsel eingebaut hat, den Alkohol also braucht, um funktionieren zu können.

Der Körper gewöhnt sich zunehmend an ihn. Entzugserscheinungen können sich einstellen: Nervosität, Konzentrations- und Schlafstörungen, starkes Schwitzen oder Zittern. Es besteht die Gefahr, dass mehr und mehr getrunken werden muss, um die gewünschte Wirkung zu erleben.

Bei einer psychischen Abhängigkeit besteht ein starkes, oft unstillbares Verlangen nach Alkohol. Damit verbunden sind häufig Nervosität, Aggressivität, depressive Verstimmung und Angstzustände. Wer in der Freizeit nur noch alkoholisiert in Stimmung kommen kann, hat bereits Anzeichen einer psychischen Abhängigkeit.

Die Übergänge vom Genuss zum problematischen Konsum und zur Abhängigkeit sind fließend und häufig schwer zu unterscheiden. Ob eine Person alkoholabhängig ist, kann nur ein Arzt oder eine Ärztin beurteilen. Denn: Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit.

 
Patronat
bwlv
Autor/-in
Stephanie Stalter
Revisor/-in
Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen / Villa Schöpflin / Hessische Landesstelle für Suchtfragen
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