Natur, Umwelt und Gesellschaft
Subnavigation
Inhalt
Die Tabakindustrie: und doch umweltfreundlich?
Die den Weltmarkt beherrschenden Tabakmultis versuchen sich neuerdings als „umweltfreundlich“ darzustellen. Doch das sind alles nur Täuschungsmanöver. Die Tabakwirtschaft ist und bleibt ein tödliches und unökologisches Geschäft.
Durch Aufforstungs- und Sozialprojekte in den tabakanbauenden Entwicklungsländern, durch das Wiederverwerten von Zigarettenverpackungen, „Öko-Zigaretten“ und ähnlichem versucht sich die Tabakindustrie umweltfreundlich zu präsentieren.
Bei näherem Hinsehen entlarven sich solche Aktivitäten jedoch als reine PR-Strategien (Public Relations).
In den letzten Jahren präsentieren sich die Tabakkonzerne immer mehr als verantwortungsbewusste Unternehmen, die sich für bessere Umweltbedingungen einsetzen und sogar Programme durchführen, um Alternativen zum Tabakanbau zu unterstützten. Die Tabakindustrie behauptet von sich, dass sie Aufforstungen in den Tabakanbaugebieten veranlasse. Für den Umfang und die Qualität solcher Aktivitäten gibt es aber keinerlei Belege. In Indien zum Beispiel steht der jährlich gerodeten Waldfläche von 44.000 Hektar ein jährliches Waldwachstum von nur 7.000 Hektar gegenüber. Ein krasses Missverhältnis, das auch bei anderen Anbauländern nicht besser ist.
Nach Ansicht der Weltgesundheitsbehörde WHO handelt es sich bei solchen Strategien der Tabakkonzerne um nichts anderes als öffentlichkeitswirksame PR-Projekte (Public Relations), die das Ansehen der Tabakindustrie verbessern, die Stabilität des Marktes gewährleisten und die Programme der Tabakkontrolle untergraben sollen. Letztlich geht es der Tabakindustrie immer darum, den Tabakanbau und den Handel mit Tabak nicht nur weiterzuführen, sondern sogar noch zu verstärken.
Auch Kampagnen wie „Die Soft jetzt auch ohne Alu“ – gemeint ist damit, dass das Aluminium in der Zigarettenverpackung durch Papier ersetzt wurde – und die Anpreisung von Öko-Zigaretten sind nichts anderes als Täuschungsmanöver.
Slogans wie „100% Bio“ oder „100% frei von Zusatzstoffen“ versuchen einzureden, es handle sich um Alternativen zur Flut von Chemikalien. Mehrere Zigarettenmarken werden so beworben und wollen damit die wachsende Vorliebe der Konsument/innen auf ökologische Produkte ansprechen.
Eine amerikanische Zigarettenmarke wirbt beispielsweise damit, dass man beim Anbau des Tabaks anstelle von Pestiziden Marienkäfer und anstatt künstlichem Dünger auf wechselnde Nutzpflanzen setze. Trotz Marienkäfer bleibt die Vergiftung von Mensch und Umwelt beim Konsum und macht damit auch diese Zigarettensucht unökologisch.
In anbetracht dessen, dass das Rauchen zum Tod der Hälfte der Konsumenten/innen führt, ist die Verwendung des Begriffes „umweltfreundlich“ im Zusammenhang mit Tabak und Nikotin reiner Zynismus.
