Vielleicht hast du sie schon auf Social Media gesehen oder jemand in deiner Klasse hat sie dabei: Nikotinzahnstocher. Sie sehen aus wie ganz normale Zahnstocher aus Holz, sind aber mit Nikotin und Aromen (wie Minze oder Beere) vollgesaugt. Doch was steckt hinter diesem Hype?
Man kaut oder lutscht darauf, um den Kick zu bekommen – komplett ohne Rauch oder Dampf. Optisch sind sind sie kaum von den herkömmlichen Zahnstoffern zu unterscheiden.
Aber was passiert da eigentlich in deinem Körper? Wir machen den Realitätscheck.
Das Nikotin wird über den Speichel und die Mundschleimhaut aufgenommen. Weil man weder eine E-Zigarette noch eine Shisha sieht, nutzen viele sie heimlich im Unterricht oder unterwegs. Doch „unsichtbar“ bedeutet nicht harmlos.
In der Regel stecken zwischen 2 und 3 Milligramm Nikotin in einem Zahnstocher, in manchen Produkten sogar bis zu 6 Milligramm Nikotin.
Zum Vergleich: In einer Zigarette stecken rund 10 Milligramm Nikotin.

In einer Zigarette stecken zwar rund 10 mg Nikotin, aber beim Rauchen verbrennt das meiste davon – dein Körper nimmt am Ende nur etwa 1 bis 2 mg auf. Bei den Zahnstochern verbrennt dagegen gar nichts. Vergleichbar mit Nikotinbeuteln wird bis zu 50 % des Nikotins in deinem Körper aufgenommen Weil das Nikotin über Minuten direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen wird, ist die Ausbeute extrem hoch:
In Deutschland kann man Nikotinzahnstocher nicht regulär im einzelhandel kaufen. Die Produkte sind in Deutschland nicht zugelassen und dürfen demnach nicht verkauft werden. Über Umwege werden sie jedoch häufig online bezogen.
Die Industrie verkauft diese Produkte als „ Lifestyle-Gadget“ oder „saubere Alternative“. Am Ende ist es aber nur ein weiterer Weg der Industrie, dich an den Stoff zu binden. Es geht nicht um deinen Lifestyle, sondern um Profit durch deine Abhängigkeit.
Angelockt wird man durch süße Aromen und das ansprechende, bunte Design der Zahnstocher, ähnlich wie bei Vapes. Das macht die Produkte besonders attraktiv für Jugendliche.
Wenn du den Drang nach einem Kick oder Ablenkung spürst, gibt es gesündere Wege für deinen Körper und deinen Kopf. Je früher eine Substanz in das jugendliche Gehirn gelangt, desto schwieriger ist es, diese wieder loszuwerden.
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