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Einsatz von feelok in den Schulen...

... aus der Perspektive der Lehrpersonen - Eine qualitative Analyse

feel-ok.ch
feelok ist ein internetbasiertes Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramm für Jugendliche, das die Themen Bewegung, Sport, Ernährung, Alkohol, Cannabis, Rauchen, Stress, Selbstvertrauen, Liebe/Sexualität, Arbeit und Suizidalität behandelt (Stand Frühling 2008). Die Informationen werden mit Texten und anderen Diensten, z. Bsp. Spielen und Tests, vermittelt. Neben allgemeinen Informationen zu den Themen verfügt feelok über eine so genannte stufenspezifische Intervention. Das heisst, je nach Verhalten und Einstellung der Besucher/innen werden unterschiedliche Inhalte geboten. Die Trägerschaft des Projektes liegt bei der Universität/ETH Zürich («Abteilung Gesundheitsforschung und Betriebliches Gesundheitsmanagement am Institut für Sozial- und Präventivmedizin»). feelok basiert auf einem multiinstitutionellen Konzept, das heisst verschiedene Institutionen sind für die zahlreichen Aufgaben im Rahmen von feelok zuständig. Das Internetprogramm feelok ist bei der Zielgruppe sehr beliebt und wird täglich rund 1200-Mal besucht (Stand September 08). Die Informationen zu feelok und seine Eigenschaften sind auf www.feel-ok.ch zu finden, auf «Infos über feelok» klicken.

feelok kann von den Jugendlichen entweder selbständig besucht werden, oder die Themen werden in der Schule, unter der Anleitung der Lehrperson, behandelt. feelok ist also für die Verwendung im schulischen Setting konzipiert. Ein Handbuch für Lehrpersonen und zahlreiche Arbeitsblätter erleichtern die Arbeit der Lehrpersonen, wenn sie feelok mit ihren Schüler/innen verwenden möchten. Die Unterlagen können kostenlos im Word-Format auf www.feel-ok.ch herunter geladen werden.

Seit der Lancierung des Projekts feelok im Jahr 2002 verwenden immer mehr Schulen das Programm, um Anliegen der Gesundheitsförderung und Prävention mit den Jugendlichen zu behandeln. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist deshalb, mehr über die Motive und Bedürfnisse der Lehrpersonen, die mit feelok arbeiten, zu erfahren.
 
 
Methode
 
Es wurden 13 qualitative Interviews mit Lehrpersonen durchgeführt. Die Stichprobe wurde auf zwei Wegen rekrutiert: Durch Adressen von Teilnehmer/innen aus Workshops über feelok, die von Oliver Padlina durchgeführt wurden. Oder durch die Unterstützung der feelok-Kooperationspartner Radix (Schweizerisches Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen) und die Fachstelle Suchtprävention Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich. Bei den Interviewpartner/innen handelt es sich um acht Männer und fünf Frauen im Alter zwischen 34 und 60 Jahren. Die Interviewten unterrichten an den Oberstufen (Gymnasium, Sekundarschule, Realschule, 10. Schuljahr) oder stammen aus der Berufsbildung. Eine Interviewte ist eine Primarlehrerin, eine Lehrperson stammt aus einer Oberstufe für körperlich behinderte Jugendliche, eine aus einer Privatschule. Vertreten sind Städte und Gemeinden aus den Deutschschweizer Kantonen Luzern, Zürich, Schwyz, Thurgau, Aargau, Bern und St. Gallen.
 
 
Fragestellungen
 
Die Studie «Einsatz von feelok in den Schulen aus der Perspektive der Lehrpersonen» gibt Antwort auf neun Fragestellungen. Im Folgenden werden die Fragestellungen, zusammengefasst in Themenbereiche, sowie die entsprechenden Ergebnisse zusammen-fassend dargestellt.
 
 
Fragestellung 1: Bekanntheit von feelok, Häufigkeit der Verwendung
 
Wie steht es um die Bekanntheit und Häufigkeit der Verwendung von feelok in der Schule?

Die Mehrzahl der Interviewten verwendet feelok regelmässig mit den eigenen Schulklassen, nämlich im Durchschnitt acht Mal pro Jahr. Die Hälfte der Interviewten berichtet allerdings, dass nur wenige ihrer Kollegen/innen mit der Anwendung von feelok vertraut sind und dass viele von ihnen feelok gar nicht kennen bzw. nicht verwenden.

Die Schlussfolgerungen: Die bestehenden Kanäle zu den (Kontakt-)Lehrpersonen sind wichtig und müssen gepflegt werden. Es braucht kontinuierliche Information und Massnahmen, um die Lehrpersonen über feelok und das einfache didaktisches Prinzip des Programms zu informieren, z. Bsp. Workshops, Infoveranstaltungen, Versand von Broschüren usw. Weiter sind die in feelok geschulten Lehrpersonen in der Funktion als Multiplikatoren allein selten in der Lage, ihre Kollegen zu motivieren, feelok ebenfalls einzusetzen bzw. sie sind auch selber selten über die Weiterentwicklung der Intervention informiert. Deshalb müssen sie durch geeignete Massnahmen besser darin unterstützt werden, ihre Multiplikatoren-Funktion wahrzunehmen, z. Bsp. durch entsprechende vorgefertigte Unterlagen für die Weiterbildung ihrer Kollegen/innen.

Zudem sollen sogenannte «Supermultiplikatoren» ausgebildet werden, welche die Lehr- und andere Fachpersonen in Workshops und Weiterbildungen im Umgang mit feelok schulen und das feelok-Projektteam entlasten.

Schliesslich gilt es, das feelok-Netzwerk mit seinen vertrauenswürdigen Partnern zu pflegen und mit neuen Kooperationen und Kontakten zu erweitern. Die dazu geplanten Massnahmen sind im Kapitel 6 aufgelistet oder im Implementierungskonzept von feelok festgehalten.
 
 
Fragestellung 2: Wahl der Themen, Anklang der Themen
 
Welche Themen werden gewählt, wie ist die Reaktion auf und der Umgang mit den Themen?

Alle in feelok behandelten Themen werden von den interviewten Lehrpersonen mit ihrer Schulklasse behandelt. Besonders beliebt sind die Themen «Rauchen», «Alkohol», «Cannabis» sowie «Liebe und Sexualität», und dies sowohl bei den Lehrpersonen als auch bei den Jugendlichen. Weiterhin ist es deshalb wichtig, die beliebten Themen aktuell zu halten, z. Bsp. wird ab 2009 in Zusammenarbeit mit den Partnern an einem neuen Rauchprogramm gearbeitet. Schliesslich sollen neue Themen, die für die Lebenswelt der Jungendlichen wichtig sind, identifiziert und ins Programm integriert werden, so z. Bsp. das Thema Essstörungen (Entwicklung geplant ab 2009).

Grosser Beliebtheit erfreuen sich die zahlreichen Tests und Spiele, weshalb das Angebot an interaktiven Tools in Zukunft ausgebaut werden soll. Das neue Spiel von feelok «Schiffe versenken» geht bereits in diese Richtung.

Inwiefern die Jugendlichen feelok von sich aus wieder besuchen, ist für die Lehrpersonen schwer abzuschätzen. Positiv bewertet wird jedoch die Tatsache, dass die Jugendlichen durch ihre Arbeit mit feelok in der Schule mit der Themenvielfalt des Programms in Kontakt kommen und wissen, wo sie weitere Informationen, auch zu einem anderen Thema erhalten, sollte dies einmal nötig sein.
 
 
Fragestellung 3: Didaktische Einsatzmöglichkeiten und Bewertung
 
Mit welchen didaktischen Begleitmassnahmen wird das Programm eingesetzt? Wie werden sie bewertet?

Die Fächer, in denen feelok verwendet wird, sind zahlreich (insgesamt 22). Vor allem im Themenkreis Menschenkunde/Lebenskunde wird mit feelok gearbeitet. Dass feelok in vielen Settings verwendet werden kann, ist eine Stärke des Programms.

Und so wird feelok verwendet: Als Einstieg dient den Lehrpersonen in der Regel ein Spiel oder einen Test. Danach erhalten die Schüler/innen meistens einen Auftrag, den sie auszuführen haben (innerhalb oder ausserhalb des Klassenzimmers), schliesslich findet eine Diskussion statt. Auch wird feelok entweder kollektiv mit der Klasse verwendet oder die Schüler/innen erhalten individuelle Aufträge.

Die Arbeitsblätter als didaktische Möglichkeit, mit feelok zu arbeiten, haben sich bewährt. Sie werden weiterhin in der bestehenden Form angewendet. Zusätzlich soll in den Unterlagen für Lehrpersonen klar kommuniziert werden, dass die Arbeitsblätter entsprechend den Bedürfnissen im Unterricht, individuell angepasst werden können.

Das veraltete Handbuch, welches sehr wenig benutzt wurde und auch fast keine positive Resonanz erhielt, wurde bereits vom Netz genommen und durch ein neues benutzerfreundliches ersetzt. Bei der Erarbeitung des neuen Handbuchs haben die interviewten Lehrpersonen mitgewirkt – sei es mit Ideen für die Unterrichtsgestaltung oder indem sie das Handbuch gelesen und ein Feedback gegeben haben. Das neue Handbuch ist ein Erfolg: In vier Monaten wurde es rund 3‘300 Mal heruntergeladen.
 
 
Fragestellung 4: Technische Infrastruktur, Möglichkeiten und Grenzen
 
Wie ist die technische Infrastruktur an der Schule? Wie sehen die Möglichkeiten und Grenzen der Kontrolle aus?

Unsere Befunde und auch andere Studien belegen, dass die Schulen in der Deutschschweiz sehr gut mit Informatikräumen, Internetzugängen im Schulzimmer und im Schulhaus selber ausgerüstet sind. Als problematisch für die Verwendung von feelok werten einige Lehrpersonen, dass die Informatikräume oft überbelegt sind und dass die Schüler/innen überhaupt viel Zeit (zu viel Zeit) am Computer verbringen.

Kontrollsoftware wird selten eingesetzt. Um sicher zu stellen, dass die Schüler/innen mit feelok arbeiten und nicht ausserhalb von feelok surfen, werden jedoch andere Massnahmen getroffen. Viel Kontrolle scheint aber nicht notwendig zu sein: die Erfahrung der Lehrpersonen zeigt, dass die Schüler/innen in der Regel aufmerksam mit feelok arbeiten, ihre Aufträge pflichtbewusst ausführen, und eher selten «wegzappen».

Wichtig vor diesem Hintergrund ist, dass im neuen Handbuch und durch andere Massnahmen (Workshops, Präsentationsunterlagen) aufgezeigt wird, dass feelok auch ausserhalb des Computerraums angewendet werden kann, z. Bsp. indem den Schüler/innen Aufträge erteilt werden, die sie im Freien, im Schulzimmer oder von zuhause aus erledigen können (Interviews durchführen, Plakate erstellen usw.). Diesbezügliche Empfehlungen wurden im neuen Handbuch aufgenommen.
 
 
Fragestellung 5: Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit der Partner
 
Wie sichtbar und glaubwürdig sind die feelok-Partner?

Die Fachinstitutionen, die für die Glaubwürdigkeit und Aktualität von feelok zuständig sind, werden von den Interviewten, mit wenigen Ausnahmen, nicht wahrgenommen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die Glaubwürdigkeit des ISPMZ und der Universität Zürich sowie die objektiven, nicht an den Interessen von Organisationen gebundenen Inhalte des Programms, seien sie finanzieller oder ideeller Art.

Um den Fachorganisationen hinter feelok und ihren Angeboten bei den Lehr- und anderen Fachpersonen zu mehr Bekanntheit zu verhelfen, eignet sich die neue Projektdatenbank von feelok, in welche die Organisationen ihre Projekte und Dienstleistungen eingeben können. Die Projektdatenbank ist auf feelok abrufbar, auf «Projekte für die Schule» klicken. Ausserdem besteht für die Partnerorganisationen die Möglichkeit, Informationen via den feelok-Newsletter an Lehr- und andere Fachpersonen zu versenden. Newsletter-Abo und das Archiv sind unter der Rubrik «Rundbrief» zu finden.

Weitere Massnahmen, um Partnerorganisationen mit dem Anliegen, ihre Organisation via feelok bekannt zu machen, entgegen zu kommen, werden geprüft. Dazu soll eine qualitative Umfrage der feelok-Partner durchgeführt werden.
 
 
Fragestellung 6: Positive und negative Eigenschaften von feelok
 
Was wird positiv, was negativ bewertet an dem Programm? Gibt es Ideen für Neues?

feelok kommt bei den Lehrpersonen sehr gut an. Geschätzt werden die Dichte der Informationen, die Texte, Interaktivität, Aktualität, stufengerechte Information, der wissenschaftliche Hintergrund und das didaktische Prinzip.

Unter den konstruktiven kritischen Rückmeldungen von Lehrpersonen gibt es zahlreiche gute Ideen, wie das Programm optimiert werden kann. Zum Beispiel wurde gesagt, dass vermehrt Erfahrungsberichte von Jugendlichen und von Problemen betroffenen Personen aufgenommen werden sollte. Diese bilden ein hohes Mass an Identifikation. Die Filme «Body Talk», die in der Zwischenzeit in das feelok-Programm integriert worden sind, gehen auf dieses Bedürfnis ein (siehe www.feel-ok.ch/bodytalk). Weiter wird eine Community Building-Massnahme geprüft, die Jugendlichen und Schulklassen eine zusätzliche Plattform bieten kann. Auch interaktive Funktionen mit unmittelbaren Rückmeldungen werden von den Lehrpersonen sehr geschätzt und vermehrt gewünscht. Dies wird bei der Konzeption und Integration neuer Themen und Ideen berücksichtigt werden. Eine interaktive Neuheit, welche bereits nach diesem Prinzip funktioniert, ist das Spiel von feelok «Schiffe versenken», mit Fragen und Antworten aus dem gesamten feelok-Programm (seit August 08 online und in vier Monaten bereits 2‘700 Mal gespielt). Auch eine Neuheit, welche vermehrt auf Interaktivität und Vernetzung der User/innen untereinander setzt, ist das neue Rauchprogramm Version 3, welches ab 2011 auf feelok zur Verwendung stehen soll. Das aktuelle Konzept ist auf www.feel-ok.ch/v1/rauchenV2/arbeitsgruppe/13112008 «Dokument 7» einsehbar.

Das Stärken des Bekanntheitsgrads von feelok, ein von den Lehrpersonen gehegter Wunsch, ist ein wichtiges Anliegen. Mit dem neuen Implementierungskonzept, das ab 2009 realisiert wird, sollen zahlreiche Massnahmen umgesetzt werden, wie Experten (sog. «Supermultiplikatoren») schulen, die selbständig Workshops und Weiterbildungen anbieten, Plakate drucken usw. Ob das Konzept umgesetzt werden kann, hängt jedoch von einer möglichen Finanzierung ab.

Themen, die nach der Meinung der Lehrpersonen neu in feelok behandelt werden sollen, sind praktisch deckungsgleich mit den Themen, welche beim feelok-Team in Planung sind. Es sind dies «Gewalt, Konflikte und Mobbing», «Umgang mit Geld», «Umgang mit Medien» (Internet, Games, Handy) sowie «Essstörungen». Die Lancierung des Themas «Essstörungen» ist in den Jahren 2009-2010 geplant.

Bei den von den Lehrpersonen formulierten Visionen fällt auf, dass einige nicht weit weg von einer Realisierbarkeit sind. Vorschläge wie z. Bsp. die Integration von Anleitungen für die Steuerung von Prozessen oder Programme, die auf eine konkrete und begleitete Verhaltensänderung abzielen (z. Bsp. Rauchentwöhnung), werden zurzeit entwickelt und umgesetzt, z. Bsp. innerhalb des neuen Rauchprogramms oder des Programms zur Verhältnisprävention.
 
 
Fragestellung 7: Meinungen zu neuen Projekten/Tools
 
Was halten die Lehrpersonen von den neuen Projekten und Funktionen (Tools)?

Beide Dienstleistungen, die Sektion zur Verhältnisprävention und das «Self Assessment Tool», werden von den Lehrpersonen überwiegend positiv beurteilt. Die Interviewten begrüssen, dass feelok mit Angeboten für Lehr- und Fachpersonen erweitert wird. Beide Programme werden realisiert, das «Self Assessment Tool» unter der Bedingung, dass dafür eine Finanzierung gefunden wird.

Bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Verhältnispräventionsprogramms erachten es die Interviewten als wichtig, dass es motivierende Beispiele von Massnahmen, die an Schulen durchgeführt werden und wurden, Anleitungen zur Gestaltung der Abläufe sowie Angaben über die Angebote enthält. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, wird feelok mit dem Schweizerischen Netzwerk gesundheitsförderlichen Schulen von Radix die Inhalte erarbeiten. Das «Self Assessment Tool» deckt vor allem die Bedürfnisse der Lehrpersonen ab, die bereits Befragungen in ihrem Schulhaus durchgeführt haben. Diese Lehrer/innen finden es positiv, dass die Daten mit anderen Schulhäusern und über die Zeit vergleichbar sind. Das Programm sollte ihrer Meinung nach zumindest am Anfang kostenfrei angeboten werden.

Bei beiden Programmideen befürchten die Interviewten Widerstände seitens einiger Lehrpersonen. Der Grund: Die Schulen werden von vielen Seiten mit Ansprüchen konfrontiert, sodass die Ressourcen der Lehrer/innen knapp sind. Grundsätzlich kann feelok daran nichts ändern. Das Projektteam kann bei der Ausgestaltung der Massnahmen jedoch darauf achten, dass die Funktionen benutzerfreundlich sind, dass die Programme kurz und klare Informationen beinhalten und einfach zu verwenden sind. Die Programme sollen den Lehrpersonen die Arbeit erleichtern und ihre Umsetzung selbstverständlich freiwillig sein.
 
 
Fragestellung 8: Alternativen zu feelok
 
Welcher Stellenwert hat feelok und was sind die Alternativen?

feelok hat für fast alle Interviewten eine wichtige Bedeutung. Das Programm wird von den meisten als zentrales oder komplementäres Instrument verwendet, um Anliegen der Gesundheitsförderung und Suchtprävention in der Schule zu behandeln.

Die Interviewten kombinieren feelok mit einer Reihe von Angeboten und Massnahmen, z. Bsp. mit Broschüren, Fachbüchern, Literatur, Filmen usw. Ausserdem wenden sie kreative Massnahmen an, wie das Erstellen von eigenen Websites, Plakaten, Collagen usw. Manche Lehrpersonen laden externe Personen ein (Betroffene, Pädagogen usw.) oder lassen Massnahmen mit externer Unterstützung durchführen (z. Bsp. Aktionstage).

Für feelok ergibt sich daraus keinen speziellen Handlungsbedarf. Wichtig ist, dass das Programm gut mit anderen Angeboten vernetzt ist und aufgezeigt wird, wie feelok mit anderen Methoden kombiniert werden kann. Dazu eignet sich das Handbuch, in dem beschrieben wird, wie feelok auch ausserhalb des Computerraums angewendet werden kann oder die Projektdatenbank, in der andere Anbieter ihre Dienstleistung bekannt machen können.

Schliesslich wird angestrebt, dass feelok in den entsprechenden thematischen Sektionen auf weiterführendes Material verweist und im Gegenzug, dass feelok in Lehrmitteln, Broschüren usw. von anderen Anbietern Erwähnung findet.
 
 
Fragestellung 9: Andere Themen
 
Bedarf an zusätzlicher Information, abschliessende Kommentare?

Die meisten interviewten Lehrpersonen wünschen sich, dass sie und ihre Kollegen/Kolleginnen in Kursen und Workshops aus- und weitergebildet werden. feelok möchte deshalb, wie erwähnt, in Zukunft Experten ausbilden, welche an den Schulen (oder extern) selbständig Workshops und Kurse durchführen können. Die Kurse sollen auf die Bedürfnisse der Lehrpersonen abgestimmt sein. Lehrer/innen, die bereits mit dem Programm arbeiten, werden jeweils über neue Funktionen und Themen informiert. Lehrpersonen, die noch nie mit feelok gearbeitet haben, werden über das ganze Programm informiert. Ausserdem sollen die Kurse während der Arbeitszeit stattfinden, evt. in ein umfassendes Weiterbildungsprogramm integriert und, falls möglich, von den Schulen oder Gemeinden bezahlt werden.
 
 
Schlussfolgerungen aus der Studie
 
Schliesslich wurden die wichtigsten Erkenntnisse diskutiert und ihre Auswirkungen auf die Projektorganisation und auf die Intervention feelok erläutert.

Die vorliegende Untersuchung hat gezeigt, dass im schulischen Setting kein mit feelok vergleichbares Projekt existiert und dass die Partnerorganisationen von feelok (Pädagogischen Hochschulen, Radix, Schulleitungen, Kontaktlehrpersonen usw.) als Türöffner zu den Zielgruppen der Lehrpersonen eine wichtige Rolle spielen. Deshalb sollen sie regelmässig über aktuelle Entwicklungen im Programm informiert werden. Um den Bekanntheitsgrad von feelok bei den Lehrpersonen zu stärken, sollen in Zukunft vermehrt Massnahmen getroffen werden, um den Transfer der Informationen über feelok von den Kontaktlehrpersonen zu den Lehrerkolleg/innen zu verbessern. Zudem sollen Experten, so genannte «Supermultiplikatoren», die Aufgabe erhalten, an den Schulen, in Absprache mit den Kontaktlehrpersonen, Weiterbildungen anzubieten und den Kontakt zu den anderen Lehrer/innen zu gestalten. Vor allem Test und Spiele sind bei Lehrpersonen wie Schüler/innen gleichermassen beliebt. Das feelok-Team will deshalb neue und bewährte Themen mit interaktiven Funktionen umsetzen und anreichern. Neue Inhalte und Themen, die sich an Jugendliche richten sollen in Zukunft konsequent so konzipiert werden, dass sie interaktive Funktionen und unmittelbare Rückmeldungen enthalten. Dazu gehört auch die Massnahme «Community Building», eine erweiterte Plattform für den Austausch der Jugendlichen und Schulklassen untereinander.

feelok ist zwar ein Internetprogramm zu Themen rund um Gesundheitsförderung und Suchtprävention. Das bedeutet jedoch nicht, dass es ausschliesslich im Computerraum und am Bildschirm verwendet werden kann. Damit die Jugendlichen nicht Gefahr laufen, zu viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen, wird im neuen Handbuch von feelok auf didaktische Methoden verwiesen, die zeigen, wie feelok auch ausserhalb des Klassenzimmers verwendet werden kann.

Die Interviews haben gezeigt, dass die Partner von feelok, die für die Qualität und Aktualität der Inhalte stehen, selten wahrgenommen werden. Dennoch haben die Lehrpersonen grosses Vertrauen in die feelok-Inhalte. Dieses Vertrauen gilt indirekt auch den Partnern. Um herauszufinden, ob dies den Bedürfnissen der Partner entspricht, oder ob sie möchten, dass ihre Bekanntheit gefördert wird, soll mittelfristig eine qualitative Untersuchung der Bedürfnisse und Vorstellungen der Partner durchgeführt werden (voraussichtlich in den Jahren 2010-2011).