Rausch und Risiko erklärt

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Komfort vs. Wagnis

Quelle: pixabay

Risiko spielt in unserem Leben von klein auf eine Rolle. Wenn wir zum Beispiel als Kleinkind das Gehen lernen, stürzen wir unzählige Male und sind oftmals frustriert, bis wir die richtige Balance finden. Unsere Eltern unterstützen uns und achten darauf, dass wir uns nicht verletzen.

Letztendlich können wir nur Gehen lernen, wenn wir uns auf dieses Wagnis selbst einlassen und unsere Komfortzone verlassen. Dazu gehört, dass wir immer wieder scheitern und dennoch dranbleiben.

In der Komfortzone sein heißt, dass wir uns möglichst ohne Risiko und Herausforderungen bewegen. Wir setzen auf Sicherheit.
Die Wagniszone hingegen ist ein geschützter Rahmen, in dem wir Risikoerfahrungen machen können. Wir können sie auch Risikoerfahrungsfeld nennen.

Beim Kleinkind, das Gehen lernt, stellen Eltern diesen geschützten Rahmen sicher. Sie achten darauf, dass das Kind in keine gefährliche Situation kommt, wo es zum Beispiel tief abstürzen könnte oder über Glasscherben krabbelt.

Wir können auch zu riskant leben und uns in Gefahrensituationen begeben. Beispiele sind, auf Züge zu klettern (Gefahr eines Stromschlages) oder sich mit dem Skateboard an ein Auto anzuhängen. In diesen Fällen befinden wir uns in der Gefahrenzone. Risikokompetent sein heißt, diese Zone zu erkennen und zu vermeiden, da wir sonst schwere Unfälle haben können oder sogar unser Leben aufs Spiel setzen.

Gefahrenzone

In der Pubertät gibt es zahlreiche Situationen, in denen wir unsere Komfortzone verlassen.

Wir werden immer selbstständiger und eigenständiger. Dazu ist es wichtig, auf unser Bauchgefühl zu hören und unser Denken zu nutzen, um Situationen einschätzen zu lernen. Denn unsere Eltern können (und sollen) uns nicht mehr in jeder Situation allgegenwärtig unterstützen und beschützen, so wie es ein Kleinkind braucht.

  • Neugierde
  • die Jagd nach dem Kick
  • die Suche nach Spaß
  • der Wunsch nach Anerkennung im Freundeskreis

Während ältere Jugendliche deutlich öfter Risiken eingehen, um "dem grauen Alltag" zu entfliehen, sind für Jüngere einerseits Neugierde, andererseits Anerkennungsdruck im Freundeskreis Ursachen für Risikobereitschaft. Geht man ein Risiko ein, um in der Gruppe als "cool" zu gelten, kann es zwar vorkommen, dass man sich bewusst ist, ein Risiko einzugehen, häufiger gerät man allerdings aufgrund von Gruppendruck in gefährliche Situationen, die man nicht abschätzen kann.

Im Laufe des Lebens erleben wir viele Veränderungen. Fast immer gehen sie mit Verunsicherung oder Überforderung einher. Zu verstehen und zu akzeptieren, dass Entscheidungen und deren Auswirkungen oft unsicher und unklar sind, ist Teil der Risikokompetenz. Aber was heißt das jetzt genau? 

Risikokompetenz = Gefahrenbewusstsein + Selbststeuerungsfähigkeit

In einer riskanten oder ungewissen Situation können wir Vor- und Nachteile abwägen und anschließend bewusst entscheiden, ob wir das Risiko eingehen wollen oder nicht. So entwickeln wir Fähigkeiten, mit riskanten Situationen umzugehen. Wir bauen Risikokompetenz auf. Um ein Risiko besser einschätzen zu können, müssen wir uns selbst und die Situation gut wahrnehmen und einschätzen können, um anschließend eine durchdachte Entscheidung treffen zu können. Wenn wir risikokompetent sind, hilft uns das, mit diesen Situationen umzugehen. Wir wissen, was wir uns zutrauen können, ohne dabei sich und andere zu gefährden. Dadurch können wir uns weiterentwickeln.

Bild Säulen Risikooptimierung

Stell dir vor, du möchtest Moped fahren lernen. Du bist mit dem Moped und der Fahrtechnik noch nicht vertraut. Wie kannst du es starten, wie sicher in Kurven lenken, wie stellst du es ab, parkst es ein? Zu Beginn bist du unsicher, da du diese Dinge zum ersten Mal machst. Doch dein Wunsch, Moped fahren zu lernen wird dich motivieren, einen Schritt nach dem anderen zu wagen, bis du eine sichere Fahrerin oder ein sicherer Fahrer bist.

Laut dem Dorsch Lexikon der Psychologie ist risikokompetent, wer „informiert, kritisch und reflektiert mit bekannten und unbekannten Risiken der modernen Welt“ umgehen kann.  

Patronat
bwlv
Quelle/n
Koller G., Guzei M. (2012). Spring … und lande. Landkarten für die Rausch- und Risikopädagogik. Edition LIFEart.
Autor/-in
Michael Guzei

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