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Missbrauch und Abhängigkeit

Was bedeutet «Missbrauch» von Cannabis? Kann der Cannabiskonsum körperlich und psychisch abhängig machen? Was heißt "Abhängigkeit" überhaupt?

 

Missbrauch

Von Missbrauch ist die Rede, wenn jemand aus Langeweile kifft, weil er oder sie sich von Schwierigkeiten ablenken möchte oder wenn die Konsumsituation zusätzliche Risiken birgt: Z.B. wer kifft und ein Verkehrsmittel lenkt oder wer bekifft zur Schule geht, missbraucht Cannabis.

Abhängigkeit von Drogen

Abhängig von einer Droge zu sein, heißt, einen inneren Zwang zum Konsum zu verspüren, den Konsum nicht kontrollieren zu können oder andere Interessen wegen des Konsums zu vernachlässigen.

Manche Drogen bewirken bei regelmäßigem Konsum im Körper eine so genannte Toleranzbildung. Das bedeutet, dass jemand eine immer größere Menge konsumieren muss, um die erwünschte Wirkung überhaupt zu spüren.

Psychisch abhängig zu sein heißt, nicht mehr auf die Wirkung einer Droge verzichten zu können. Die Droge spielt eine große und bestimmende Rolle im Leben, das Verlangen nach ihr ist enorm.

Körperliche Abhängigkeit bedeutet, dass der Körper die Droge braucht und nach ihr verlangt. Vereinfacht gesagt heißt das, dass die regelmäßig konsumierte Substanz in den Stoffwechsel des Körpers eingebaut worden ist. Es kommt darum zu körperlichen Entzugserscheinungen, wenn die Droge abgesetzt wird.

Abhängigkeit von Cannabis

Das Risiko, von Cannabis körperlich abhängig zu werden, ist im Vergleich mit anderen Drogen relativ klein. Die Möglichkeit einer psychischen Abhängigkeit ist bei Cannabis aber stärker.

Man hat beispielsweise das Gefühl, auf den entspannenden Joint am Abend einfach nicht mehr verzichten zu können. Wenn das Kiffen „sein muss" oder wenn es eine überaus wichtige Rolle im Leben spielt, sind das deutliche Anzeichen einer psychischen Abhängigkeit.

Über eine längere Zeit auf das Kiffen verzichten zu können, ist ein Hinweis dafür, dass man psychisch nicht abhängig ist.

Auch bei Cannabis kann es im Körper zu einer so genannten Toleranzbildung kommen. Das bedeutet, dass eine immer größere Menge konsumiert werden muss, um die selbe Wirkung zu verspüren.

Hat jemand über Jahre hinweg viel und oft gekifft, kann es bei einem Stopp zu körperlichen Entzugserscheinungen kommen. Verglichen mit anderen Drogen sind diese jedoch eher sanft und dauern in der Regel nur einige Tage.

 

Patronat
bwlv
Autor/-in
Stephanie Stalter
Revisor/-in
EMCDDA EU / Institut für Rechtsmedizin Freiburg