Der weibliche Körper
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Sichtbare (äußere) Sexualorgane

Die äußeren gut sichtbaren weiblichen Sexualorgane werden in der Fachsprache Vulva genannt. Die Vulva beinhaltet die äußeren und inneren Lippen, die Klitoris und die Öffnungen von Harnröhre und Scheide.

Umgangssprachlich sagen wir „Vagina", „Scheide" (die beide eigentlich nur ein Teil der Vulva sind), „Möse" usw. Diese Bezeichnungen empfinden manche Leute als unpassend.

Es gibt auch andere, zärtliche Namen wie z.B. „Mumu", „Lilie" oder „Pussy". Wie nennst du deine?

Wir sprechen von der Vulva. Was alles dazu gehört, kannst du hier nachlesen. Möchtest du deine eigene Vulva betrachten, nimm einen Spiegel zur Hand und schau sie dir an!  

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 Bei manchen Mädchen* wurden Teile der äußeren Sexualorgane aus kulturellen Gründen entfernt. Das nennt man Beschneidung oder weibliche Genitalverstümmelung. In Europa ist sie verboten. Hier kannst du mehr darüber erfahren.

Äußere Lippen

Die äußeren Lippen umschließen die inneren und sind behaart. Manche nennen sie Scheidenlippen, Venuslippen oder Schamlippen.

Die linke Lippe kann größer als die rechte sein oder umgekehrt, das ist völlig normal. Wenn du sie auseinander ziehst, kannst du die inneren Scheidenlippen und deine Scheidenöffnung sehen. Ist ein Mädchen* sexuell erregt, dann schwellen die Scheidenlippen etwas an und röten sich.

Innere Schamlippen oder Venuslippen

Die inneren Scham- oder Scheidenlippen sind im Gegensatz zu den äußeren unbehaart. Auch sie können unterschiedlich groß sein. Sie sind von Mädchen* zu Mädchen* auch verschiedenfärbig. Sie können aus den äußeren Scheidenlippen herausragen oder darunter verborgen liegen. Bei vielen Mädchen* reagieren sie empfindlich auf Berührungen. An ihrem oberen Ende bilden sie eine Art Kapuze, dort liegt der Kopf der Klitoris (Kitzler). Wenn du die Scheidenlippen auseinander ziehst, siehst du auch die Harnröhrenöffnung und die Scheidenöffnung.

Klitoris oder Kitzler

Die Klitoris, das Lustorgan von Mädchen* und Frauen*, hat einzig die Funktion, Lust und Erregung zu erzeugen und zu steigern. Willst du mehr darüber erfahren, klicke hier.

Harnröhrenschwellkörper und Harnöffnung

Die Harnöffnung von Mädchen* befindet sich zwischen der Scheidenöffnung und dem Kopf der Klitoris. Sie ist zum Urinlassen (Pinkeln) da. Dein Körper hat also drei Öffnungen: Harnöffnung, Scheide und After (Poöffnung). Der Damm trennt die Scheide vom After.

Bei manchen Mädchen* tritt aus der Harnöffnung bei sexueller Erregung oder während ihres Orgasmus eine glasige oder milchige Flüssigkeit aus, das weibliche Ejakulat. Oft halten sie es fälschlicherweise für Urin. Der sogenannte 'Freudenfluss' ist mit äußerst lustvollen Gefühlen verbunden und besteht nicht aus Urin.

Meist wird vorher mit dem Finger der Harnröhrenschwellkörper (ein Teil der Klitoris) innen oben in der Scheide stimuliert, du kannst deutlich einen kleinen festen Knubbel spüren. Dabei wird Ejakulat gebildet, es sammelt sich im Schwellkörper, bevor es ausfließt oder -spritzt. Das kann mit oder ohne Orgasmus passieren. Es gibt Mädchen* und Frauen*, die ejakulieren (manchmal oder immer), und solche, die nicht ejakulieren. Beides ist völlig normal. Entdecke deine Lust und wie sie sich äußert! Alles, was sich für dich gut anfühlt, ist gut, gesund und normal. 

Scheidenöffnung

Die Scheide oder Vagina einer erwachsenen Frau* ist ca. 8 bis 10 cm lang, ihre Wände liegen aneinander. Am Ende der Scheide liegt der Muttermund, die Öffnung zur Gebärmutter. Die Scheide ist sehr dehnbar, kann einen Finger, Penis oder etwas anderes aufnehmen und sich bei einer Geburt so weit dehnen, dass ein Baby hindurch gleiten kann.

Deine Scheide selbst hat kaum Nerven, deswegen spürst du darin so gut wie nichts, wenn du z.B. ein Tampon hineingesteckt hast. Die Schwellkörper der Klitoris jedoch, die hinter deinen Scheidenwänden liegen, sind hochsensibel und erregbar, wenn ein Finger oder Penis deine Scheide massiert. Vor allem der Harnröhrenschwellkörper, eine leicht rippige Stelle an der oberen Scheidenwand, ist besonders sensibel auf Berührung. Wenn du den Finger in deine Scheide bis ans Ende führst, dann kannst du deinen Muttermund fühlen. Er fühlt sich wie eine Nasenspitze an.

Aus der Scheidenöffnung tritt kontinuierlich Schleim und an den Tagen der Menstruation das Blut aus.

Manche Mädchen* sind unsicher und finden ihre Scheidenöffnung zu eng, weil es anfänglich ungewohnt und schwierig sein kann, einen Finger oder ein Tampon in ihre Scheide einzuführen. Anspannung, Druck oder Angst können dazu führen, dass die Scheide sich verschließt. Versuch es einfach ein andermal wieder, wenn du das möchtest. Tampons rutschen leichter, wenn du sie mit neutraler Hautcreme einschmierst.

Deine Scheide reagiert sehr sensibel auf Stress. Sie zeigt immer deutlich an, ob du dich wohlfühlst oder nicht. Sie öffnet sich lustvoll oder schließt die Pforten. Wenn deine Scheide "Nein" sagt, dann meint sie es auch so. Handle nie dagegen!

Poöffnung und After

Die Poöffnung des weiblichen Körpers ist dehnbar, aber im Gegensatz zu ihrer Scheide trocken. Der Bereich um die Poöffnung ist bei Mädchen* und Jungen* äußerst empfindlich.

Manche Mädchen* und Jungen* finden es lustvoll, an ihrer Poöffnung stimuliert zu werden. Andere finden schon die Vorstellung daran unangenehm. Wenn du es möchtest, kannst du mit dem Finger die Öffnung deines Partners oder deiner Partnerin erkunden. Wenn er oder sie sauber gewaschen ist, überhaupt kein Problem. Wenn du es erregend findest, kannst du auch ihn oder sie deine Poöffnung erkunden lassen. Auch Mund und Zunge können sich an der Poöffnung toll anfühlen. Manche finden es reizvoll, einen Penis in den After eines Mädchens* oder eines Jungen* einzuführen. Dies wird Analverkehr (von Anus = Poöffnung) genannt. Möchten zwei Menschen Analsex haben, ist wichtig, dass es äußerst vorsichtig und langsam geschieht, denn die Poöffnung besteht aus einem Ringmuskel und ist sehr eng. Ist dieser nicht entspannt, kann es zu Verletzungen kommen. Außerdem muss Gleitgel verwendet werden, da der Po nicht von selbst Feuchtigkeit produziert.

Als Schutz vor einer Infektion mit HIV/Aids und einer sexuell übertragbaren Krankheit müssen bei Analsex unbedingt die Safer Sex-Regeln angewendet werden. Neben dem Kondom sollte auf jeden Fall ein Gleitmittel auf Wasserbasis (oder Silikon) verwendet werden.

Für diese, wie alle anderen Sextechniken gilt: Mache nur, was du als angenehm empfindest und was sich gerade toll anfühlt. Das kann sich verändern und an zwei verschiedenen Tagen völlig unterschiedlich sein. Mach nicht mit und sag NEIN, wenn du dich zu etwas gedrängt fühlst, Ekel empfindest oder Angst hast. Lass dich zu nichts überreden, was dir unangenehm ist! Du musst beim Sex gar nichts machen, was dir nicht gefällt. Du kannst auch jederzeit "Stopp!" sagen, wenn ihr schon in Aktion seid.

Jungfernhäutchen

Gleich vorweg: DAS Jungfernhäutchen gibt es nicht!

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 Es gibt weibliche Körper, die haben an der Scheidenöffnung einen Hautring, sodass es schmerzt, die Fingerspitze einzuführen. Es gibt weibliche Körper, deren Scheidenöffnung 1-2 klitzekleine Öffnungen aufweist, durch die das Menstruationsblut ausfließen kann. Es gibt Mädchen, die deutlich eine glatte Hautschicht an der Scheidenöffnung sehen. Manche sehen gar nichts, weil da auch nichts ist und nie war. Das sind diejenigen, die ohne Häutchen geboren wurden. Alle Varianten kommen häufig vor und sind völlig normal. Schau mal nach, wie es bei dir aussieht.

Es ist ein Mythos, dass alle Mädchen*, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, ein Jungfernhäutchen hätten. Nur du weißt, ob du Jungfrau bist oder nicht.

So kann es sein, dass es beim ersten Mal, wenn du einen Finger oder Penis in deine Scheide läßt, blutet oder auch nicht. Die einen Mädchen* verwenden von der ersten Regelblutung an Tampons, weil sie problemlos reinrutschen, während die anderen wegen dem Häutchen Tampons als schmerzhaft empfinden und lieber Binden nehmen.

Sogar deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt kann nicht 100%ig feststellen, ob du „nicht mehr Jungfrau“ bist, da es sein kann, dass da nie ein Häutchen war.

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