Sexuelle Identität und Orientierung

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Der richtige Zeitpunkt

Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung, wann der beste Zeitpunkt für ein Coming-out ist. Jeder Mensch entscheidet aus seiner individuellen Situation und seinem persönlichen Befinden heraus.

Sobald homosexuellen Menschen klar geworden ist, dass sie sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen oder Transmenschen realisieren, dass ihre geschlechtliche Identität nicht zu ihrem biologischen Körper passen, haben viele das Gefühl 'anders' und 'alleine' zu sein.

Viele fürchten, von der Familie, den Freunden und Arbeitskollegen zurückgewiesen oder ausgestossen zu werden, halten sich deshalb zurück und erzählen niemandem von ihren Gefühlen.

Manche leben ein Doppelleben, das heisst, sie geben sich in ihrem sozialen, beruflichen Umfeld oder in der Schule als heterosexuell und leben ihre Homosexualität heimlich aus. Transmenschen leben vielleicht nur am Abend oder am Wochenende fernab von ihrem Wohnort heimlich in der geschlechtlichen Rolle, die sich für sie richtig anfühlt. Manche schaffen es ihr ganzes Leben lang nicht, zu ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität zu stehen.

Viele entscheiden sich aber, ein Coming-out zu wagen. Es kann sein, dass das soziale Umfeld zuerst negativ und mit Ablehnung reagiert. Häufig ist es jedoch so, dass Familie, Freunde und Kollegen positiver reagieren als befürchtet wurde. Oft erweist sich die Angst, ausgestossen und mit Verachtung behandelt zu werden, als ungerechtfertigt.

Für viele Schwule, Lesben und Transmenschen ist die Erfahrung des Coming-out eine grosse Erleichterung. Das Coming-out erlaubt ihnen, sich selbst zu sein und so zu leben, wie es für sie stimmt, ohne einen wichtigen Bestandteil der eigenen Identität und ihre Gefühle vor anderen Menschen verstecken zu müssen.

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